Bodenarten und Bodentypen

Sandig, lehmig oder schluffig? Die Zusammensetzung von Böden wird anhand der Korngrößenzusammensetzung der mineralischen Bodensubstanz und der damit zusammenhängenden fühlbaren Eigenschaften definiert.
Je nach Korngrößenzusammensetzung können Böden unterschiedlich viel Wasser speichern, haben einen anderen Nährstoffgehalt, lassen sich schwer oder leicht bearbeiten und sind unterschiedlich von Pflanzen durchwurzelt. Die Bodenart ist nicht zu verwechseln mit dem Bodentyp! Bodentypen weisen charakteristische Bodenschichten auf.

Bodenarten

Bei den Bodenarten wird grob zwischen Sand-, Lehm-, Schluff- und Tonböden unterschieden. Zudem gibt es Zwischenstufen, bei denen der Hauptbestandteil des Bodens namensgebend ist. Beispielsweise „sandiger Ton“ oder „lehmiger Sand“. Tonböden sind schwere, feuchte bis nasse Böden mit durchwegs feiner Körnung (< 0,002 mm). Sie können viel Wasser aufnehmen. Sickerwasser wird nur langsam abgegeben, wodurch bei Regen oft Staunässe entsteht. Wasser und Nährstoffe können von Pflanzen nur schwer aufgenommen werden, die Durchwurzelbarkeit und die Durchlüftung sind gering.
Lehmböden enthalten alle drei Kornfraktionen, also Sand, Schluff und Ton. Abgesehen von einem relativ ausgeglichenen Korngrößengemenge bestimmt die dominierende Kornfraktion seine überwiegenden Merkmale (z. B. sandige Lehmböden). Die Wasserführung nach oben und das Wasserhaltevermögen sind gut ausgeprägt. Lehmböden weisen einen hohen Nährstoffgehalt auf. Nachteilig sind vor allem bei schweren Lehmböden die schlechte Durchlüftung und die schwere Bearbeitbarkeit in der Landwirtschaft. Zudem erfolgt die Erwärmung der Lehmböden im Frühjahr eher langsam. „Leichtere“ und damit besser durchlüftete Lehmböden eignen sich sehr gut als Agrar- und Gartenböden. Die mehligen Bodenpartikel in Lehmböden sind Schluffanteile (0,002 bis 0,063 mm) und bleiben in den Fingerrillen haften.
Sandböden haben einen einseitigen Anteil an grober Körnung (0,063 bis 2 mm). Sie sind leicht zu bearbeiten, aber meist nährstoffarm. Der Boden ist aufgrund der groben Körnung gut durchlüftet, leicht zu durchwurzeln und erwärmt sich schnell. Er kann zwar viel Wasser aufnehmen, dieses aber nur schlecht speichern.

Bodenaufbau und Bodentypen

Bei Böden ist eine horizontale Schichtung erkennbar. Diese Schichtungen werden „Horizonte“ genannt. Die Abfolge der Horizonte wird als „Bodenprofil“ bezeichnet. Charakteristische Horizonte bestimmen den Bodentyp. Jede Schicht besteht aus unterschiedlichen Materialien und ist Lebensraum für unterschiedliche Bodentiere. In jeder Schicht finden unterschiedliche Prozesse der Bodenbildung statt.
Der L-Horizont (Streuauflage) ist noch gar kein richtiger Boden und besteht aus nicht zersetzten organischen Materialien wie Blättern.
Im O-Horizont (Rotteschicht) leben Bodentiere wie Milben, Asseln, Würmer und Insekten, die die Streuauflage zerkleinern. Dieser Horizont ist eine Abbauschicht.
Der A-Horizont (Humusschicht) ist Lebensraum für die meisten Bodentiere. Zudem erhält er den größten Anteil an organischen Stoffen des gesamten Bodens. Bakterien, Pilze, Algen und Regenwürmer verarbeiten verrottete Pflanzenreste in Humus. Durch die Aktivität der Bodentiere entstehen neue Bodenbestandteile, demensprechend ist der A-Horizont eine Aufbauschicht. Stoffe aus dem A-Horizont verlagern sich im Laufe der Zeit in den darunterliegenden B-Horizont.
Der B-Horizont (Verwitterungshorizont) besteht aus dem verwittertem Ausgangsgestein und hat dementsprechend Mineralien gespeichert, die den Pflanzen als Nährstoffe zur Verfügung stehen. Er ist dichter und fester als die oberen Horizonte. Abhängig vom A-Horizont entstehen unterschiedliche B-Horizonte.
Der C-Horizont (Ausgangsgestein) besteht aus dem Ausgangsgestein, das beispielsweise aus Granit oder Kies sein kann, und ist ein Mineralspeicher, aus dem bei fortlaufender Verwitterung die Mineralien freigesetzt werden. Das Gestein ist trotz der bereits eingesetzten chemischen und physikalischen Verwitterung erhalten.

Bodentypen

Zu Bodentypen werden Böden mit einer typischen Abfolge von Bodenhorizonten zusammengefasst. Diese Böden haben damit auch einen ähnlichen Ursprung und Entwicklungszustand. Um einen Bodentyp zu bestimmen, ist es also notwendig, die Horizonte zu beobachten. Die Klassifikation von Bodentypen erfolgt über unterschiedliche Klassifizierungssysteme. Bodentypen werden oft nach ihren auffälligen Eigenschaften wie der Farbe (z. B. Braunerde oder Schwarzerde) benannt, haben aber auch fremdsprachliche Bezeichnungen (z. B. Gley oder Rendzina). Manchmal werden auch Kunstnamen, wie Pelosol, zur Nomenklatur herangezogen.

Bedeutung von Bodentypen

Von entscheidender Bedeutung für das Bodenleben, die Bodenaktivität und die Fruchtbarkeit sind neben der Bodenart vor allem Faktoren, die vom Bodentyp abhängen. Wasser-, Luft-, Wärme- und Nährstoffhaushalt werden sehr wesentlich vom Bodentyp beeinflusst. Auch die Frage der Tiefgründigkeit eines Bodens ist unmittelbar vom Bodentyp abhängig. Rendzina-Böden auf Karbonatgestein sind sehr flachgründige, skelettreiche Böden, die nur über eine geringe Wasserspeicherfähigkeit verfügen. Demgegenüber sind Schwarzerdeböden (Tschernosem-Böden) ausgesprochen tiefgründige Böden mit einer guten Belüftung und einer ausgezeichneten Wasserspeicherfähigkeit.

Weiterführende Information

Auf der Website des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft finden Sie unter „Galerie“ Fotos von verschiedenen Boden, wodurch der unterschiedliche Aufbau von Böden sehr deutlich wird.

AHA

Nicht immer sind alle Bodenhorizonte in jedem Boden vertreten. Beispielsweise gibt es Böden, bei denen der B-Horizont fehlt. Man spricht von A-C-Böden.

Die einzelnen Bodenhorizonte sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Manche Horizonte sind dicker und andere wiederum sind sehr dünn. Die Abfolge der Bodenhorizonte zeigt den Entwicklungsverlauf des Bodens.

Dunkle Schwarzerdeböden sind die fruchtbarsten Böden Österreichs. Man findet sie vor allem im Weinviertel. Sie sind für den Ackerbau hervorragend geeignet.

Unterrichtsmaterialien

Bodenuntersuchung

Die SchülerInnen lernen anhand der Fingerrollprobe unterschiedliche Bodenarten und deren Zusammensetzung kennen. Zu welcher Bodenart gehört der Boden im Schulgarten, im Hausgarten oder am Acker? Wie kann man die verschiedenen Bodenarten voneinander unterscheiden?

Bodenhorizonte

Die SchülerInnen lernen den Aufbau und die Schichtung bzw. die Horizonte des Bodens und deren Bedeutung und Funktionen kennen. Zudem lernen sie, wie Boden entsteht, und erhalten mithilfe eines speziellen Bodenproben-Bohrers Einblick in den Boden und dessen Aufbau.

Möglichkeiten, das Thema auch fächerübergreifend zu vertiefen

Als Vertiefung können Sie mit den Schülerinnen und Schülern folgende Fragen bearbeiten:

  •  Was ist der Unterschied zwischen Bodenart und Bodentyp?
  • Welche Böden eignen sich sehr gut für den Anbau von Pflanzen? Welche weniger?
  • Welche Bodenarten können leicht verdichtet werden?
  • Ist ein feuchter oder ein trockener Boden durch Befahren eines Fahrzeuges eher gefährdet, verdichtet zu werden, und warum?
  • Welche Bodenarten bestehen nur aus zwei Horizonten?
  • Wird durch das Fehlen von Bodenhorizonten die Fruchtbarkeit des Bodens beeinträchtigt?
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