Was sind Stadtböden?

Böden in der Stadt von heute

Durch das schnelle Wachstum unserer Städte verschwinden immer mehr fruchtbare Böden unter Asphalt und Beton. Die natürlichen Funktionen und Aufgaben des Bodens werden in der Stadt durch die intensive Nutzung beeinträchtigt.

Funktionen des Stadtbodens

Unter dem Begriff „Stadtböden“ werden die Böden städtisch-industrieller Räume zusammengefasst. Stadtböden sind wie die Böden auf Äckern, Wiesen und Wäldern Teil der Bodendecke, welche die äußerste, dünne und empfindliche Haut unserer Erde darstellt. Der Boden erfüllt in Städten viele unterschiedliche Funktionen. Nicht alle sind auf den ersten Blick erkennbar. Große Flächen werden für die Wohnraumbeschaffung und für Industriestandorte verbaut. Auch unsere Mobilität, unser Unterwegssein im öffentlichen Raum, beansprucht viel Fläche. So wird der Boden für die Straßen und Wege für das Autofahren und Parken, das Radfahren und Zufußgehen sowie für U-Bahn- und Straßenbahntrassen verbraucht. Tunnel, Parkhäuser und Parkgaragen bei Wohnhäusern sind zwar oft auf den ersten Blick nicht sichtbar, aber auch sie beanspruchen Fläche. Der Stadtboden ist stark vom Menschen beeinflusst. Durch die intensive Nutzung unterscheiden sich Stadtböden erheblich von den Böden des Umlandes. Stark verändert sind Böden, die durch Häuser, Straßen oder Industriestandorte verbaut wurden. In Stadtgärten oder Parks weist der Boden hingegen oft einen ähnlichen Aufbau wie ein naturbelassener Boden im Umland auf. Er verfügt oftmals über eine Humusschicht an der Oberfläche

Ver- und Entsorgung im Boden

Der Boden wird in Städten für zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen genutzt, die unser tägliches Leben komfortabler gestalten. Strom- und Wasserleitungen, aber auch Telefon- und Internetleitungen werden in Städten überwiegend im Boden verlegt. Leitungsrohe für Fernwärme, welche von Gebäuden zu Heizzwecken verwendet wird, verlaufen ebenfalls unterirdisch. Auch Entsorgungsleistungen werden in die Tiefe verlegt. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Entledigung von menschlichen Fäkalien über das öffentliche Kanalnetz.

Bodenverdichtung und Bodenversiegelung

Durch das rasante Wachstum der Städte verschwinden mehr und mehr fruchtbare Böden für immer unter Asphalt und Beton. Der Boden in Städten wird verdichtet und versiegelt.

Bodenverdichtung ist in Städten oftmals notwendig, um einen tragfähigen Untergrund für Gebäude zu erhalten und um fachgerechtes Bauen zu ermöglichen. Wird der Boden verdichtet, werden weniger Sauerstoff und Wasser in den Boden geleitet. Die Bedingungen für die Bodenlebewesen und die Wurzeln der Pflanzen verschlechtern sich, weil der Luftaustausch fehlt. Bodenverdichtung verringert zudem die Speicherfähigkeit von Wasser im Boden und begünstigt somit Hochwasserereignisse. Dadurch wird der Eintrag von Regenwasser ins Grundwasser reduziert. In weiterer Folge kommt es zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels. Darüber hinaus kann es bei starkem Niederschlag zu einem verstärkten Oberflächenabfluss kommen, wodurch Erosionen des Bodens begünstigt werden.

Bodenversiegelung, auch Flächenversiegelung genannt, bedeutet das Bedecken des natürlichen Bodens durch Bauwerke, die vom Menschen errichtet wurden. Durch die Bodenversiegelung kann kein Niederschlag mehr in den Boden eindringen. Die normalerweise im Boden ablaufenden Prozesse geraten aus dem Geleichgewicht. Zur Bodenversiegelung tragen auch Bauwerke bei, die sich unter der Erdoberfläche befinden, wie das Kanalnetz, UBahn-Tunnel, Fundamente, Strom- und Wasserleitungen und Parkgaragen.

Urbaner Bodenschutz

Um die Bodenverdichtung und -versiegelung einzudämmen, gibt es in Österreich Raumordnungsgesetze und Flächenwidmungspläne, die vorschreiben, welche Flächen wie bebaut werden dürfen. Eine konkrete Möglichkeit des urbanen Bodenschutzes ist es, Gebäude im Altbestand (wieder) vermehrt zu nutzen, statt an der Stelle neu zu bauen. Im privaten Bereich kann die Verwendung von Rasengittersteinen eine Alternative zu Asphalt oder Beton darstellen.

Unterrichtsmaterialien

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