Jungpflanzen heranziehen

Einige Pflanzen müssen erst angezogen und vorkultiviert werden, bevor sie gepflanzt werden. Eine praktische und kostensparende Variante ist es, die Samen selbst zu Pflanzen zu ziehen. Auf diese Weise werden sie im Gegensatz zu Gewächshauspflanzen gleich an die Umweltbedingungen angepasst und sind damit robuster. Dieser Versuch stellt eine exemplarische Anleitung am Beispiel von Paradeisern dar.

INFORMATIONEN
Unterrichtsfächer
Biologie und Umweltkunde

Benötigte Materialien

Paradeisersamen, flache Schalen/Untersetzer für Anzuchttöpfchen, Anzuchterde, Anzuchttöpfchen, durchsichtige Folie zum Abdecken, Sprühflasche, Blumentöpfe


Erforderliche Räumlichkeiten / Ausstattung
Wasseranschluss mit Warmwasser

Ideal für
ganze Klasse

Zeitbedarf
ca. eine Unterrichtseinheit mit der Möglichkeit zur Ausweitung auf mehrere Einheiten
Ziele
  • Einblick in die Pflanzenanzucht
  • Unabhängigkeit von gekauften Stecklingen
  • Jungpflanzen heranziehen

Vorbereitung

Beachten Sie die richtige Saatzeit. Bei Paradeiser ist diese Ende Februar bis Mitte März.

Arbeitsschritte

Die SchülerInnen füllen die Anzuchttöpfchen 1 bis 2 cm unter dem oberen Rand mit lockerer Erde.

Nun geben die SchülerInnen ein paar Samen im Abstand von je 3 cm in jedes Anzuchttöpfchen. Sie bestreuen diese mit einer lockeren Erdschicht, die nur etwa zwei- bis vierfach so dick sein sollte, wie der Samen groß ist.

Damit die Samen nicht wieder aus der Erde gespült werden (Paradeiser sind Dunkelkeimer!), benutzen die SchülerInnen eine Sprühflasche mit handwarmem Wasser zum Gießen.

Abschließend werden die Anzuchttöpfchen mit Klarsichtfolie verschlossen und auf die Fensterbank gestellt, wo sie ausreichend Licht bekommen. Das Licht bewirkt das Aufsteigen der Flüssigkeit aus der Erde, wodurch unter der Folie eine Treibhausatmosphäre entsteht.

Sobald die ersten zwei bis vier Blattpaare gewachsen sind (nach ca. drei Wochen), kann mit dem Vereinzeln der zu dicht stehenden Stecklinge, dem sogenannten Pikieren, begonnen werden. Die jeweils kräftigsten Pflanzen werden in eigene Blumentöpfe umgetopft. Mit einem angespitzten Holzstab werden die Keimlinge mitsamt der Wurzel vorsichtig aus der Erde gehoben. Kranke und schwache Pflänzchen werden aussortiert.

Nach den Eisheiligen Mitte Mai können die Paradeiser nach draußen gesetzt werden. Paradeiser sind Sonnenanbeter, aber eine starke Mittagshitze setzt ihnen zu. Sie sollten nach dem Auspflanzen einen entsprechend geschützten und hellen Platz bekommen.

Vergleich und Diskussion der Ergebnisse
• Wie wachsen die Stecklinge?
• Wieso wachsen die Stecklinge innerhalb eines Topfes unterschiedlich schnell, obwohl sie die gleichen Bedingungen haben?
• Wie unterscheiden sich die ersten zwei Blätter der Paradeiser (die Keimblätter) von den Blättern, die danach kommen?

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